Leishmaniose

Wenn ein erhöhter Titer bei einem Blutbild festgestellt wird, bedeutet das erst einmal nur, dass der Hund Kontakt mit der Sandmücke hatte. Ein positiver Titer ist nicht zwangsläufig mit einer Erkrankung gleichzusetzen. Häufig sind auch falsch positive Leishmaniose-Titer in Verbindung mit einer Babesiose- und/oder Ehrlichiose-Infektion zu beobachten (sog. Kreuz-Reaktion).

 

Welpen oder Junghunde unter einem Jahr sind grundsätzlich schwer zu testen, ein Test macht hier keinen Sinn. Die mögliche Titerbestimmung kann auch passiv durch die Mutter übertragen worden sein und der Hund muss daher nicht zwingend infiziert sein. Daher lassen Sie also Ihren Hund ab ca. einem Jahr in Deutschland testen, wenn Sie diese Krankheiten zu 100% ausschliessen möchten.

 

Ansteckungsgefahr: Eine direkte Übertragung von einem infizierten Hund auf einen anderen Hund oder Menschen ohne den Zwischenwirt Mücke ist in der Praxis bisher nicht bekannt. Leishmanien sind an der Luft nicht überlebensfähig, sie befinden sich außerdem nicht im Speichel, im Urin oder im Kot eines infizierten Hundes. Offene Wunden, Sekretbildung oder Blut stellen ebenfalls keine Gefährdung dar, denn sobald die Erreger mit Luft in Kontakt kommen, sterben sie ab.

 

Therapie: Als Therapie wird in der Regel das preiswerte und nebenwirkungsarme Medikament „Allopurinol“ aus der Humanmedizin eingesetzt, dessen Wirkung meist schon nach kurzer Behandlung anschlägt. Die Kosten belaufen sich auf ca. € 15,- für 100 Tabletten (je nach Gewicht des Hundes werden 1-2 Tabletten pro Tag verabreicht). 

 

Bei fortgeschrittener Krankheit wird mit dem Arzneimittel „Glucantime®“ (Injektionslösung) oder „Milteforan®“ (orale Lösung) therapiert. Zur Therapiekontrolle wird empfohlen ca. 1-2x jährlich – abhängig vom Gesundheitszustand des Hundes – ein großes Blutbild erstellen zu lassen.

 

Wichtig ist aber zu wissen, dass die Leishmaniose – rechtzeitig erkannt - heute gut behandelbar ist. Für den regelmäßigen Gesundheitscheck beim Tierarzt empfehlen wir daher auch die Kontrolle der entsprechenden Antikörper-Titer. Und sollte eine Erkrankung jemals auftreten, wenden Sie sich bevorzugt an einen auf diesem Gebiet erfahrenen Spezialisten. 

 

Gut medikamentös eingestellt gibt es viele Hunde, die lebenslang symptomfrei bleiben. Eine wichtige Komponente ist dabei auch ein starkes Immunsystem, das Sie vor allem durch artgerechte Ernährung und Haltung und einen möglichst stressfreien Alltag unterstützen.

 

Je nach Erregertyp, aber auch je nach Immunstatus des erkrankten Hundes, gibt es verschiedene Ausprägungen. Von einer möglichen Resistenz, so dass der Hund symptomfrei alt wird, über Haut- oder Schleimhautsymptome bis zu Erkrankung der inneren Organe (im schlimmsten Fall mit Todesfolge) sind – vor allem unbehandelt - alle Varianten denkbar.

 

Wir raten Adoptanten, die von vornherein bereit sind, einen positiv getesteten Hund zu adoptieren,sich vorab im Internet umfassend zu informieren. Das Leishmaniose-Forum können wir Ihnen hierzu empfehlen: www.leishmaniose-forum.com. Gerne stellen wir auch einen Kontakt zu Hundebesitzern her, die einen an Leishmaniose erkrankten Hund besitzen. 

 

Weitere qualifizierte Informationen finden Sie auf den Seiten von

Dr. rer. nat. Torsten J. Naucke: http://www.leishmaniose.de/leishmaniose.html

 

Außerdem haben wir u.a. zwei Erfahrungsberichte über die Adoption Leishmaniose positiver Hunde bekommen. Diese finden Sie hier und hier.

Inzwischen haben wir auch einige Happy-End-Geschichten über Hunde, die hier prächtig mit einem erhöhten Titer leben.