Obelix - der Hund mit trauriger Vorgeschichte

Liebe Barbara,

 

natürlich schreibe ich gerne eine " Happyend-Geschichte".

 

Ich habe ein paar Geschichten gelesen, du wirst sehen, keine gleicht der Geschichte von Obelix.

 

Von Anfang an glaubte ich kaum an mein Glück, eine Seele von Hund, mit

seinen Artgenossen kein Problem, liebt Menschen, vor allem Kinder, auch Katzen, alles ist für ihn " Leben und leben lassen ", in kurzer Zeit war er in

unserer Hundeclique der Liebling.

 

Was er aber nicht kannte, war eine Wohnung. Es fiel mir schon am ersten Tag auf, er wollte nur nach draußen. Kaum war er drinnen, wollte er wieder raus, ich machte mir aber deswegen keine großen Gedanken. Er lief dauernd in die Verandatür, die vom Boden bis zur Decke aus Glas besteht, er kannte kein Glas und auch keine Spiegel. Da freute er sich wie ein Welpe, als er sich im Spiegelschrank entdeckte.

 

Im Wohnzimmer gibt es eine Fensterbank - ca. 2,5 m lang und 50 cm breit - er sprang in Panik auf diese Bank, bearbeitete meine Orchideen und wollte aus dem Fenster springen, das einzige Fenster im Haus, das man nicht öffnen kann. Ich überlegte mir, irgendetwas muss er verarbeiten, da hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, er hat mit Menschen gelebt, vielleicht

eingesperrt in einem Keller, denn in den Keller wollte er nicht.

 

Nach und nach bestätigte er mir mein Gefühl. Durch Zufälle erzählte mir Obelix etwas aus seinem Leben. Ich entfernte die Weihnachtsdekoration, ein 10 m langes Verlängerungskabel wickelte ich auf. Obelix kam langsam auf mich zu, schnupperte daran und fluchtartig rannte er unter dem Tisch durch, die Stühle flogen und verkroch sich hinter dem Vorhang.

 

Im Winter trage ich an den Schuhen kleine Ketten, mir blieb eine Stoffleine

daran hängen, ich zog mit einem Ruck daran, die Leine flog über meinen Kopf, Obelix stand vor mir, er ließ sich fallen, hielt den Kopf zwischen seine Vorderbeine, drückte die Augen zu und legte die Ohren ab. Mir tat es so leid, denn ich hatte das Gefühl, er kennt Schläge.

 

Jetzt hört sich das alles so schlimm an, ist es aber nicht, erst 7 Monate ist er bei mir und es ist alles vergessen. Er ist sehr intelligent, begreift unwahrscheinlich schnell. Das einzige, wo ich noch aufpassen muss, er kennt alle Futterstellen, Kleingärten, Feuerstellen etc., da macht er heute

noch sein eigenes Ding, da stellt er die Ohren auf stumm.

 

Bestätigung bekomme ich von außen, dass er ein toller Hund ist, denn schon zweimal wurde mir gesagt "den Hund würde ich auch nehmen".

 

Liebe Barbara, er ist ein wunderbarer Hund und für mich eine

Bereicherung, denn es ist mir ein Rätsel, warum liebt er bedingungslos Menschen, wenn sie ihm auch Schlimmes angetan haben.