Kiwi - ehemals Milan - muss soooo viel Neues lernen!

Während - fast auf den Tag genau 15 Jahren - verstärkte ein Jack Russell Terrier unsere Familie. Er war ein Geburtstagsgeschenk gewesen, das nach wenigen Tagen nicht mehr gewollt war und wir stießen 2003 per Zufall auf den 6 Wochen alten Welpen. Ein Blick in seine traurigen Augen und wir konnten ihm nicht widerstehen. Als unerfahrene Hundeeltern war Boby (nach Bob der Baumeister) ein anspruchsvolles Hündchen, das zusammen mit unseren kleinen Kindern (damals 2 und 4 Jahre alt) das Haus im wahrsten Sinne des Wortes belebte. Die drei kleinen Racker wurden größer, blieben aber ein eingespieltes Team und waren immer wieder zu Tollereien parat. Der ruhige Hafen waren wir Eltern, zuständig für Krankenpflege, Füttern und regelmäßige Spaziergänge. Wir hatten immer das Gefühl, dass Boby uns seine „Rettung“ nie vergessen hat und uns darum so viel Liebe und Zuneigung geschenkt hat. Kein Wunder, fehlte uns unser treuer vierbeiniger Freund nach seiner Reise in den Hundehimmel so sehr. 

 

Die Wochen vergingen, der Platz in unserer Mitte wurde gefühlt immer leerer. Es folgten die ersten Clicks im Internet. Die Sehnsucht wurde größer und wir fragten die ersten Adressen an. Einen kleinen, jungen Hund wünschten wir uns. Leider (oder im Nachhinein Gott sei Dank) erhielten wir immer die Mitteilung, das gewünschte Tierchen sei bereits vergeben.

 

Einen Tag vor unseren Herbstferien besuchten wir die Seite von Tierliebe Grenzenlos. Wir fanden einen 5 Monate alten Welpen, der uns sofort gefiel ... schrieben ein Mail ... und erhielten umgehend positiven Bescheid. Lilly – Mitglied der Organisation – besuchte uns nach unserer Abwesenheit zuhause um sicherzustellen, dass der  knuddelige Freund dann auch ein gutes Plätzchen bekommt. Gleichzeitig erhielten wir die nötigen Verträge und Unterlagen von Babs aus Deutschland. Diese Papiere waren bei der Einfuhr unseres Hundes in die Schweiz anfangs November eine große Hilfe. Wie wir später erfahren haben, ist es nicht selbstverständlich, dass am Zoll - oder später auch beim Tierarzt - alle Dokumente so perfekt ausgefüllt sind.

 

Aber nun lasse ich Kiwi zu Wort kommen, er kann seine ersten Lebensmonate sicher viel besser erzählen als wir.

 

Mein Name ist Kiwi und ich bin im Mai 2018 in Spanien auf die Welt gekommen. Die ersten 5 Monate verbrachte ich mit meiner Mutter und meinen zwei Brüdern (wir sehen uns gar nicht ähnlich) bei einer Tierschützerin in einem Hinterhof mit viel Beton. Ende Oktober wurden wir drei Jungs in einen Hundetransporter verladen und traten mit 30 anderen Hunden und Katzen eine 12 stündige Reise an. War das ein Gebell und Gewinsel in diesem Auto... und mir war so schlecht und vor lauter Angst nässte ich meinen Käfig ein. Es gewitterte auf meiner Reise und ich konnte wegen dem Lärm, meiner Angst und Übelkeit kein Auge zutun.

 

Irgendeinmal hielt der Wagen wieder an und ich wurde aus meinem Käfig geholt, in ein Geschirr gepackt und einer Frau in die Arme gedrückt. Die hielt mich ganz fest, schien sich zu freuen und ich war froh drum. Und wieder wurde ich in ein Auto gesetzt. Diesmal aber in ein weiches Bettchen. Es waren ein paar Leute dabei, die mich streichelten und mit mir redeten... aber ich war so erschöpft, dass mir die Augen zufielen.

 

Beim nächsten Halt durfte ich selber aussteigen... aber da hatte es so grünes Zeug am Boden und darüber sollte ich auch noch laufen ... heute liebe ich Rasen, aber in diesem Moment versetzte er mich in Panik. Die Menschen waren lieb und nahmen mich mit ins Haus. Dort wollten sie mir so komische Körner in einem Napf servieren. Ich hatte keine Ahnung, wie man so etwas frisst oder überhaupt aus dem Topf kriegt... aber man weichte das Futter für mich ein und fütterte mich mit der Hand ...

 

Es wurde Abend und die Dunkelheit machte mir ganz viel Angst. Ich durfte darum die ersten Nächte bei meinem Frauchen schlafen. Ich hielt sie mit meinen Pfoten um den Hals fest, damit sie nicht ohne mich aufstehen konnte. Nach einigen Nächten wollte ich dann doch in meiner Hundebox schlafen, nachdem ich sicher war, dass diese neben Frauchens Bett gestellt wurde. Der schönste Moment des Tages ist noch heute der Morgen, wenn Frauchen mein Türchen öffnet und ich in den Arm genommen werde. Ich flippe dann vor Freude immer aus und kriege mich fast nicht mehr ein ...

 

Am Anfang hasste ich Spaziergänge und auch heute, nach 11 Wochen im neuen Leben, machen mir noch viele Geräusche Angst und ich will auf dem schnellsten Weg nach Hause. Dort wo meine Familie ist, ist mir jetzt wohl. Fremde Menschen und Hunde mag ich noch nicht und verziehe mich dann, bis sie wieder weg sind oder versuche sie mit Bellen zu vertreiben. Aber mein Zutrauen ist am Wachsen...

 

Ich glaube, dass meine neue Familie sich ab und zu Sorgen um mich gemacht hat, weil ich so viel schlief und so ruhig war... In den letzten Wochen habe ich etwas aufgedreht und bin nun ein kleiner Clown ... das finden meine Besitzer wohl lustig. Vor allem die kalte, weiße Watte, die vom Himmel fällt, hat es mir angetan. Am Anfang schlotterte ich vor Kälte, aber jetzt ist mein Fell schön dick geworden und schützt mich perfekt.

 

Ab und zu wirft mir einer meiner Menschenfamilie Gegenstände vor die Füße oder einfach irgendwo auf den Boden und redet auf mich ein... keine Ahnung was er oder sie dann von mir will. Aber ist noch cool, wenn ich das geworfene Teil anstoße oder in den Mund nehme, loben sie mich und es gibt ein Goodie. Sicher finde ich bald heraus was das Ganze soll ... scheint eine lustige Beschäftigung zu sein.

 

Auch meine Fressgewohnheiten bringen meine Familie oft zum Lachen. Gemüse, vor allem Karotten - aber nur geschält – Broccoli, Gurken und Salatblätter sowie Fleischkäse - leider immer nur in Miniaturgrösse - sind meine absoluten Favoriten. Hundefutter wird einfach überbewertet.

 

Ja, ich habe viel erfahren und gelernt in meinem bisherigen Leben... nicht alles war ganz schön und vieles hat Spuren hinterlassen. Aber meine Familie hat mich sehr lieb ... und ich sie auch. Gemeinsam werden wir zu einem Dreamteam werden.

 

Kiwis Steckbrief mit 9 Monaten

Gewicht 8 kg

Schulterhöhe 32 cm

Körperlänge ohne Kopf 42 cm

 

Wir alle danken dem Team von Tierliebe Grenzenlos – ob in Deutschland, Spanien oder der Schweiz - für den von A bis Z perfekten Service. Sei es die Internetseite, der erste telefonische Kontakt, die perfekten Unterlagen, die super organisierte Übergabe, die prompte Beantwortung von Fragen und jegliche Unterstützung, die gewünscht wird... es stimmt alles. Dies funktioniert nur mit engagierten Mitarbeitenden so gut. Man merkt einfach, dass bei diesem Team das Wohlergehen des Hundes an erster Stelle steht. Wir erinnern uns gerne an diese Zeit der problemlosen Vorfreude zurück ... und genießen heute jeden Tag  zusammen.

 

Kiwi & Family