Lenny - mit Luna ein Herz und eine Seele!

Lenny lebt seit Ende Januar 2015 bei uns. Bereits im November waren wir auf die Internetseite des Vereins aufmerksam geworden, nachdem wir uns einige Zeit vorher darüber im Klaren waren: unsere Luna (4) soll einen Hundekumpel bekommen. Immer wieder schauten wir uns Lenny an. Er sollte es sein.

 

Wir wussten: Lenny hat lange Jahre im Tierheim verbracht, davor einige Zeit auf der Straße gelebt, und als Langzeitinsasse kannte er so gut wie nichts. Aber wir wollten ihm ein geborgenes Zuhause geben und so entschlossen wir uns nach reiflicher Überlegung zur Adoption.

 

Die Anfangszeit mit Lenny war schwer. Obwohl er bereits nach zwei Tagen stubenrein war, die Treppe im Haus und auch das Alleinbleiben schnell zur Gewohnheit wurden, stellte sich heraus, dass Lenny panische Angst vor unseren Kindern (6 und 8 Jahre alt) hatte.

 

Mit diesem unvorhersehbaren Verhalten muss man zwar rechnen, wenn man sich einen Hund aus dem Tierheim holt, aber wir waren zunächst geschockt.

 

Eine gewisse Angst machte sich breit. Was sollte werden, wenn aus dieser Angst Aggression werden würde. Ständig lief Lenny davon und bellte, wenn sich ihm ein Kind nur näherte. Jedes Mal zuckten wir zusammen und hatten natürlich auch Sorge vor Situationen, in denen sich Lenny in die Enge gedrängt fühlen könnte.

 

Unsere Kinder sind zum Glück bereits in einem Alter, in dem man ihnen viel erklären kann. Sie ließen Lenny einfach in Ruhe. Aggressivität hat man bis heute nicht gespürt, noch nicht mal ein Knurren, nur Vermeidungsverhalten und große Angst.

 

Mittlerweile hat er das Bellen eingestellt und auch das panische Davonlaufen hat sich gebessert. Inzwischen können sich die Kinder im Garten gemeinsam mit Lenny aufhalten. Und es tut gut zu sehen, wie er sich sehr, sehr langsam unserer Tochter annähert bzw. ihre Gegenwart mehr und mehr zulässt. Wir ziehen den Hut vor diesem Hund, der so viel mitgemacht hat und der sich nach fast 7 Jahren in einer komplett neuen Umgebung zurechtfinden muss.

 

In den ersten Wochen lief Lenny stundenlang im Kreis und er zitterte oft vor Angst. Allmählich scheint er sich zu entspannen.

 

Wir sind auf dem Weg mit Lenny noch lange nicht am Ende angekommen. Ohne Hundeschule werden wir es wohl auch nicht schaffen. Dennoch freuen wir uns über jeden noch so kleinen Schritt. Und auch wenn wir ihm nicht alle Ängste nehmen können, so werden wir diesen Weg mit unserem Schmusebär gehen.

 

Denn wir kennen auch seine liebebedürftige, anhängliche und verschmuste Art, und auch im Zusammenleben mit unserer Hündin zeigt er, wie sozial und genügsam er ist. Da ist nichts zu spüren von Rivalität oder Angst. Es war Liebe auf den ersten Blick. Und das macht uns Mut.

 

Anfang Juni waren wir mit beiden Hunden und Kindern im Urlaub in Holland. Wir wohnten in einem kleinen Haus ohne wirkliche Rückzugsmöglichkeit für Lenny. Aber es klappte besser, als wir dachten. Im Gegenteil, es hat ihm gut getan. Er war nach dieser Zeit wesentlich lockerer.

 

Zu den beiden Erwachsenen der Familie hat er eine gute Beziehung aufgebaut. Er vertraut uns und lässt keine Streicheleinheit aus. Immer wieder zeigt er uns seine Dankbarkeit. Das macht uns glücklich. Oft bringt er uns sogar zum Lachen, da er durch seine unbedarfte Art oft auch tollpatschig ist. Und wie toll er spielen kann... Von Vorteil war natürlich, dass er viel von Luna lernen konnte und kann.

 

Wie gesagt, es ist sicherlich nicht einfach, wenn sich ein solch unvorhersehbares Verhalten bei einem Hund zeigt. Doch Lenny hat Zeit. Die werden wir ihm geben. Wir versuchen alles, aber wenn Kinder nie sein Ding sein sollten, dann werden wir nichts erzwingen. Unser Haus ist groß genug.

 

Zum Schluss ist zu sagen, dass es sich lohnt, einen Hund aus dem Tierschutz aufzunehmen. Auch unser erster Hund war einst ein Straßenhund. Wir spüren die Dankbarkeit, jeden Tag. Diese Tiere geben ihren Menschen so viel zurück.

 

Wir möchten zukünftigen Adoptanten Mut machen. Wir verschönen nichts, aber es muss nicht immer ablaufen wie im Bilderbuch. Darüber sollte man sich einfach im Klaren sein. Dann kann man nur gewinnen.