Hinna - taut immer mehr auf!

Hallo, ich bin Hinna!

 

Ich hatte einen ziemlich schlechten Start ins Leben. Jedenfalls sagen das die Menschen vom Tierheim in Lleida, die mich aufgenommen und liebevoll gepflegt haben.

 

Eines Tages sah ein Mädchen mein Bild und eine kurze Beschreibung von mir. Sie rannte sofort zu ihrer Mutter und zeigte ihr das, denn sie hatte sich auf den ersten Blick in mich verliebt. Der Mutter ging es genauso: Noch am gleichen Abend hat sie den Fragebogen ausgefüllt, um mich zu ihnen in die Schweiz holen zu können.

 

Nachdem alle Formalitäten geklärt waren, sollte ich am 4. April zu meiner neuen Familie kommen, doch dann tauchte etwas namens „Corona“ auf. Uns Hunden ist das egal, aber es hatte große Auswirkungen für die Menschen. Es deutete alles darauf hin, dass der Transport abgesagt werden würde. Deshalb wollten mich meine Leute persönlich in Spanien abholen. Die Grenzen wurden leider zwei Tage vor der geplanten Fahrt geschlossen. Das war für sie eine riesige Enttäuschung.

 

Ich bekam von alldem nicht viel mit, denn das Team in Lleida kümmerte sich weiterhin ganz toll um mich.

 

Babs und Sandy haben in dieser Zeit unermüdlich gearbeitet, damit meine Kumpel und ich zu unseren Familien reisen konnten. Vielen lieben Dank euch beiden, ihr seid sagenhaft! Mein neues Frauchen konnte auch mithelfen, indem sie die Transportpapiere übersetzte, damit an den Landesgrenzen alles glatt laufen würde.

 

Dann kam der 1. Mai. Ich wusste nicht wie mir geschah; es war schrecklich. Ich wurde von einem fremden Mann in einen Transporter gesteckt, obwohl ich doch panische Angst vor Männern, Fahrzeugen und auch sonst vor fast allem habe. Nach einer langen Fahrt wurde ich in ein anderes Auto verladen.

 

Ich wusste nicht, dass es der 2. Mai um 4 Uhr morgens war, dass ich in Basel war, dass ich in meinem neuen Rudel-Auto saß und dass es, nach einem kurzen Aufenthalt bei den „Schweizermachern“, in mein neues Zuhause gehen würde. Ich spürte nur, dass sich ein Mädchen und eine Frau unendlich freuten, mich zu sehen.

 

Bald merkte ich, dass die beiden echt in Ordnung sind und ich ihnen vertrauen kann (und was für mich noch besser war: kein Mann weit und breit!). So taute ich immer mehr auf und wurde etwas mutiger.

 

Mit meinen Artgenossen verstehe ich mich super. Auch erinnere ich mich irgendwie daran, dass ich Pferde kennengelernt habe, bevor ich in die Schweiz kam. Die machen mir nämlich überhaupt nicht Angst, im Gegensatz zu Kühen, Schafen, Ziegen, usw. Deshalb bin ich ganz stolz auf mich, dass ich mich letztens getraut habe, eine Kuh zu beschnüffeln und nicht panisch zu flüchten.

 

Ich kann jetzt sogar (mit meinem großen Frauchen als „Puffer“) eine wenig befahrene Straße entlanglaufen ohne auszuflippen.

 

Meine allerliebste Beschäftigung ist Gruppenkuscheln mit meinen beiden Frauchen. Gassigehen und Training sind spannend. An der Leine laufe ich mittlerweile perfekt; Sitz, Platz und Bleib kann ich auch schon! Danach liege ich gerne draußen an der Sonne (als gebürtige Spanierin mache ich Siesta) und lasse mir den Pelz wärmen. Wir passen einfach super zusammen und haben immer viel Spaß.

 

Ich wünsche all meinen Kumpels, die in Lleida auf eine Familie warten, dass sie genauso gut in ihr neues Rudel aufgenommen werden wie ich. Für mich hat’s ein Happy End gegeben und ihr habt das auch verdient!

 

Alles Liebe wünscht euch 

Hinna