Ich wurde gesehen, kam und siegte!

So könnte wohl eine passende Überschrift für einen echten King lauten.

 

 

Ich bin es, euer Charlie, ehemals Guixi (Wichi ausgesprochen).

 

Am 21.06. kam ich hier in meiner neuen Heimat an. Als ich nach der langen Fahrt endlich aus meiner Box geholt und in einen Innenhof gebracht wurde, musste ich mir erst einmal die Pfoten vertreten und die Lage checken, wie es sich für einen King gehört.

 

Wieso King? Im spanischen Tierheim in Lleida war ich in meinem Distrikt der, der am längsten da war. Ich war der souveräne Bär, der viele Fellnasen kommen und gehen gesehen hat. Und jede neue Fellnase, die in meinen Distrikt kam, wurde von mir erst einmal persönlich begrüßt und in die Gruppe aufgenommen.

 

Und dann kam er endlich: Mein großer Tag auf eine Reise in ein neues Leben. Endlich eine Familie, die mich lieben und umsorgen wird und bei denen Streicheleinheiten nicht zu kurz kommen werden. Endlich über Wiesen laufen, schnüffeln was das Zeug hält, immer leckeres Fressen und ein warmer, trockener Schlafplatz. Ja, so möchte ein King leben. … Äh, Entschuldigung! Ich kam vom Thema ab. …

 

Ich wurde also nach einer langen Reise auf einen Innenhof gebracht. Es waren schon einige meiner Fellkameraden da und auch ganz viele Zweibeiner. Während ich überall schnupperte hörte ich irgendwann eine zarte Stimme meinen Namen rufen „Wichi! Wichi!“. Ich drehte mich um und es hockte eine kleine Frau auf den Boden und streckte mir die Hand entgegen. Und Kameraden, ich hatte direkt im Gefühl, dass muss meine neue Mama sein. Ich blieb bei ihr und sie zog mir so ein Ding an, was man wohl Geschirr nennt. Danach gingen wir zusammen raus und da war auch noch so ein großer Mann bei. Er gehörte wohl zu meiner Mama, also musste das mein neuer Papa sein. Meine eigene Familie – endlich!

Wir gingen erst mal mit zwei meiner Kameraden aus dem Tierheim Lleida, Titan und Ekram (sie trägt heute den schönen Namen Bella) und deren Familie paar Meter, damit wir uns lösen, etwas lockern und zu uns finden konnten. Die Reise war ganz schön lange und die neuen Eindrücke mussten erst einmal sortiert werden. Aber da ich ja der gelassene King Charlie bin, packte ich das alles ganz locker weg. Ich glaube unsere Menschen waren viel aufgeregter, soviel wie die schnatterten.

 

Dann stand da so ein großes weißes Ding auf vier Rädern. Sah dem Ding, womit ich in Spanien abgeholt wurde, etwas ähnlich, aber irgendwie doch anders. Mir schlauen Kerlchen war jedoch sofort klar, dass ich da auch wieder rein sollte, als sich hinten eine Türe öffnete. Hab ich auch versucht. Ehrlich! Ich habe es versucht. Mit all meiner Sprungkraft und Vorderpfotenkrabbeltechnik. Ich kam einfach nicht rein. Meine Mama packte mich an den Hinterbeinen und schwubs war ich drin. Okay, so einfach war es nicht. Ich zog mich vorne mit aller Kraft rein und meine Mama drückte von hinten nach. Und ab da wusste ich, ihr kann ich vertrauen.

 

Dann bewegte ich mich wieder ohne zu laufen, aber dieses Mal saß ich nicht in einer Box und sah alles um mich herum. Komisches Gefühl irgendwie, sag ich euch. Wir kamen nach einer Weile in mein neues Zuhause an und ich sollte aussteigen. Ey ehrlich, ich bin doch nicht blöd. Bin mit aller Mühe rein gekommen, warum jetzt schon wieder raus? Auch diese Rampe konnte mich nicht überzeugen. Dann holte meine Mama so einen kleinen schwarzen Wuschel Namens Kalle. Er kletterte die Rampe am Auto hoch, begrüßte mich kurz und lief wieder runter. Netter, lustiger Bub der Kleine. Und da dachte ich mir, was der kann, kann ich doch wohl auch – Geschafft! Ich war unten.