Luna - ehemals Ginebra - sorgt für handyfreie Zeiten!

Brief an unsere geliebte Luna

 

Katja, 2.5.18 Schweiz

 

Eigentlich hatte ich gar keinen Hund gesucht, den wir für immer bei uns aufnehmen wollten. Die Idee war, ein Tierheim zu finden, bei dem ich ein paar Mal wöchentlich einen Kumpel abholen konnte, um ihn auszuführen - oder er mich. Mehr frische Luft für beide von uns.

 

Bestimmt hatte ich hunderte von Bildern im Web durchgescrollt - als ich bei Deinem Foto und DeinerGeschichte hängenblieb. „Junge Hündin sucht eigene Familie“. Du hattest mich berührt - für immer wie sich herausstellte - geliebte Luna!

 

Ich schloss das Internet mit dem Gedanken, dass ich ja nicht fix einen Hund haben wollte, konnte. Aber wie das so ist mit der Liebe - die kommende Woche hatte ich dich immer bei mir-in Gedanken, im Herzen. Also suchte ich nochmals nach dem Inserat und wurde immer verzweifelter, da ich es erst nicht mehr fand und dich verloren glaubte. Über den Browserverlauf tauchtest Du dann schliesslich-endlich wieder auf.

 

Vorsichtig sprach ich das mal bei meinen Kindern an, so generell. Zwei sofort dafür - es wurden schon Schlafplätze diskutiert - der Älteste dagegen mit dem Gedanken an den finanziellen Aufwand. Wir beließen die Diskussion, gingen zu Bett. Am nächsten Morgen stand der älteste Sohn auf, strahlte, und fragte, ob er dann auch mit Dir raus dürfe zum Laufen…

 

So kam es und wir konnten die Wochen, bis wir Dich in Luxembourg abholen durften, kaum erwarten. Spannend war noch die Geschichte mit Deinem Namen: Von Ginebra schlug ich vor und waren wir uns alle sofort einig: Hija de La Luna, Tochter des Mondes, aber da dies zu lange war zum Rufen: einfach Luna.

 

Kaum ausgesprochen rannte meine Tochter in ihr Zimmer, kramte aus ihrem Schreibtisch ein Zeichenblatt hervor. Darauf unsere ganze Familie mit Hund, und der Name Luna stand da auch. Ich war erstaunt, überrascht, verwundert- zumal sie das etwa ein Jahr zuvor gezeichnet, sich gewünscht hatte….

 

Dann endlich Juli 2017, Ferien, Treffpunkt Luxembourg. Ich war angespannt: Was, wenn du mich nicht mögen würdest…?? Das Auto tauchte auf - ich kniete mich hin, lautes Gebell. Du durftest raus, kamst auf mich zu, stiegst hoch, hast mich abgeleckt und dich so gefreut- als würden wir uns endlich wiedersehen! Das war auch mein Gefühl - ich war und bin immer noch überwältigt!!

 

Kurz darauf machten wir Campingurlaub am nahegelegenen See. Du fandest das spannend und hast es von Anfang an genossen, mit mir im Zelt zu schlafen.

 

Wasser ist nicht so Deines -doch kamst Du mit aufs Boot und bist dann sogar mit mir geschwommen. Unterdessen gehst Du bis zum Bauch sogar selber rein… Ich liebe es einfach, Dir zuzusehen, wenn Du alles neugierig erkundest, wenn Du im Wald schnell wie der Wind zwischen Büschen und Bäumen rum fegst, dich auf die Krete begibst und wie eine weisse Wölfin alles überblickst, wenn Du mit unseren Katzen, die uns fasttäglich beim Spaziergang begleiten, rumtollst.

 

Du öffnest täglich wieder unsere- und auch fremde Herzen. Bist sanft, liebevoll, lernbegierig. Kannst aber auch ganz schön stur und hartnäckig sein, wenn es darum geht, dass ich das Handy wegzulegen habe, um mich um Dich zu kümmern. Du bist einfach überall dabei, dazwischen, zuvorderst, selbst wenn mich jemand knuddeln will.

 

Danke von ganzem Herzen geliebte Luna, dass Du mich, uns ausgesucht und gerufen hast!!!!