Rani - früher Edurne - ja, sie passt gut zu uns!

 

...und dann auch noch ein Hund!

 

‚Nein, wir brauchen jetzt sicher nicht noch einen Hund!‘ Ich hatte schon etwas Mitleid mit meinem Mann, als ich ihn vor vollendete Tatsachen stellte. Drei Kinder, zwei Katzen und diverse Insekten wohnten zu dem Zeitpunkt schon bei uns.

 

‚Es ist auch nur ein kleiner Hund, er passt sogar in eine Tasche...und er sieht so aus, als würde er viel schlafen.‘ Und ich erinnerte ihn daran, dass meine zwei letzten Internetkäufe (Hündchen Peggy aus Italien und Katze Lolita aus Spanien) Volltreffer waren und uns sehr viel Freude gebracht hatten. ‚Ja, aber das war noch vor den Kindern. Nun sind diese langsam aus dem Gröbsten raus und es würde etwas einfacher.‘ Ich fühlte mich schlecht. Wollte uns ja auch nicht noch mehr Arbeit aufhalsen. Aber das Gefühl, dass der Hund unsere Familie komplettieren würde, war einfach stärker. ‚Schau, so sieht sie aus. Das ist Edurne.‘ Die Miene meines Mannes verdunkelte sich. ‚Von allen Hunden auf der ganzen Welt willst du einen mit schiefem Gebiss, der Edurne heisst?‘ Ok, das war jetzt wie mit den Ultraschallbildern, er erkannte darauf einfach nichts. Nur weißes Rauschen.

 

Mein Mann und ich sind jahrelang gemeinsam zusammen auf der Bühne gestanden, haben ein Jahr lang mit unseren Kindern in der Kalahari gelebt und uns Tag und Nacht hingebungsvoll um Peggy und Lolita gekümmert, als diese betagt respektive schwerkrank waren. Dieses kleine spanische Schiefgebiss würde uns also garantiert nicht in Schieflage bringen, ganz im Gegenteil, soviel stand fest.

 

Als wir dann an jenem 27. April 2019 nach einer schlaflosen Nacht in aller Herrgottsfrühe nach Freiburg fuhren, um unser neues Familienmitglied abzuholen, überkamen dann plötzlich mich ein paar Zweifel: Was, wenn Edurne beim Katzentest geschummelt hatte? Kleine Kinder nicht ausstehen konnte? Und es einfach nicht passen würde?

 

Ein Hund nach dem anderen entstieg dem Transporter. Und dann kam unserer. Die Kinder stießen einen - um - wie ihnen vorgängig eingetrichtert - die Hunde nicht zu erschrecken - unterdrückten Schrei des Entzückens aus, während die Anspannung von meinem Mann förmlich abfiel. Erleichtert sagte er: ‚Ah, der ist ja sogar süß. Ja, der passt gut zu uns.‘

 

Der Rest ist schnell erzählt. Aus Edurne wurde Rani und Rani lebt seither bei uns, als wäre es nie anders gewesen. Zum Glück bellt sie auf den Spaziergängen noch ab und zu fremde Hunde an, ansonsten gäbe es rein gar nichts, woran man mit ihr noch arbeiten könnte. Sie ist einfach nur lieb und pflegeleicht und für uns alle jeden Tag aufs Neue eine Freude.

 

Gefragt nach dem schönsten Moment des Tages, sagte mein Mann neulich: ‚Wenn die Kinder friedlich in ihren Betten schlafen und ich zusammen mit meiner Frau, dem Hund und den Katzen auf dem Sofa sitze und den Feierabend geniessen kann.‘ Mehr Happy End geht nicht.